Agents of S.H.I.E.L.D.: 2×06 „A Fractured House“

Eigentlich wollte Recapper Alex ja Urlaub machen, aber die schiere Qualität von „A Fractured House“ hat ihm keine Ruhe gelassen – Begeisterung im nachgereichten Recap!

Lance Hunter habe sich noch nicht entschieden, sagt er, ob er bei SHIELD bleiben will oder nicht. Glücklicherweise wissen wir mehr als er. Nick Blood, der Herrn Hunter Stimme und Körper leiht, rückt mit Episode 6 der zweiten Staffel von Agents of SHIELD in den Stammcast der Serie auf. Das heißt: Er taucht im Abspann vor den zahlreichen „Guest Starring“ Credits auf.

Ich schreibe „Glücklicherweise“, weil diese Tatsache für uns Zuschauer fast nur Gutes bedeuten kann. Seit Blood und Hunter in der zweiten Staffel aufgetaucht sind, haben sie das SHIELD-Team nur bereichert, auch wenn ihnen die Autoren hauptsächlich einen Stapel One-Liner von wechselnder Qualität zugeschoben haben. Mit dem Auftauchen von Bobbi „Mockingbird“ Morse auf der Bildfläche hat Hunter endlich eine würdige Gegenspielerin bekommen. Als Ex-Paar liefern die beiden diese Woche eine ziemlich gut funktionierende Mr. and Mrs. Smith-Nummer ab, die – mit Unterstützung von wohlplatzierten Schweigepausen durch Melinda May – für einige pointierte Momente sorgt.

Überhaupt funktionieren in „A Fractured House“ so viele Dialoge und Szenen richtig gut, dass ich mir zum Ende der Folge hin fast ungläubig die Augen reiben wollte. Das Autoren-Duo Rafe Judkins/Lauren LeFranc, das auch für die exzellente Season-1-Folge „T.R.A.C.K.S.“ verantwortlich zeichnete, und Regisseur-Veteran Ron Underwood (City Slickers, Tremors), der in den letzten zehn Jahren viel Fersnsehen gemacht hat, aber hier sein SHIELD-Debüt gibt, schaffen es tatsächlich, der Folge den Drive und Witz zu geben, den ich sonst so oft vermisse. Nicht nur im ungelenken Hin und Her zwischen Lance Hunter und Bobbi Morse, sondern auch in der exzellenten Parallelmontage der zwei Dialogszenen von Coulson und Skye mit den beiden Ward-Brüdern, in der sich im Sekundentakt die Vermutung verändert, wem man gerade vertrauen kann.

Die Qualität hält bis zum Ende. Das belgische Safe House, das dem obligatorischen Schlussfight als Kulisse dient, sieht endlich mal nicht aus wie ein beliebiges Bürogebäude in Kalifornien und bietet Raum für einige Moves jenseits der Standard-Kicks und -Schläge. In der Szene zeigt sich außerdem, dass es hilft, einem Kampf Charakter zu geben. Entweder, indem man persönliche Waffen wie Mockingbirds Schlagstöcke und Scarlottis Nunchaku-Konstruktion einbaut, oder dadurch, dass man während des Kampfes etwas erzählt – zum Beispiel die vorsichtige Annäherung zweier zerstrittener Ex-Eheleute. Selbst die Kombi Schluss-Monolog/Montagesequenz wirkt diesmal gut, weil Christian Wards Worten über den Edelmut von SHIELD eine Doppelbödigkeit innewohnt, über die wir als Zuschauende Bescheid wissen, und die den Pathos der Szene gelungen untergräbt.

Das alles, zackiges Schreiben und sinnvolle Inszenierung, funktioniert – nur mal so – übrigens ohne erhöhtes Effekt-Budget und übermäßiges Action-Gedöns. Jetzt müssen nur noch Fitz und Mack auf die Art und Weise zueinanderfinden, wie es die Shipper ihnen bestimmt eh schon ewig und drei Tage nahelegen, und gemeinsam mit Marvels jüngst enthülltem 5-Jahres-Plan wären wir auf einem richtig guten Weg.

Beste Szene: (Coulson vs Christian Ward) vs (Skye vs Grant Ward)

Bester Dialogsatz: „Deception is her forte … I mean that sincerely, not passive-aggressively, as in: it’s a good attribute for a spy to … oh, bloody hell.“ (Lance Hunter)

Wertung: 4 von 5 Ninjasternen

Wie hat Dir „A Fractured House“ gefallen? Wir freuen uns über Kommentare!

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Alexander Matzkeit schreibt über Film, Medien und Zukunft wo immer man ihn lässt. Meistens in seinem Blog "Real Virtuality" - www.realvirtuality.info
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Schreibt und spricht über Film und Medien, zum Beispiel im Audioblog LEXPOD, verdient Brot bei @kleineforscher
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