Berlinale 2015: Mr. Holmes (Wettbewerb)

Was wäre, wenn es Sherlock Holmes wirklich gegeben hätte? Und er seinen berühmten Hut niemals getragen hat? Und eigentlich auch lieber Zigarre statt Pfeife raucht? Genau damit spielt Bill Condon’s neuer Film „Mr. Holmes“, der außer Konkurrenz im Wettbewerb auf der Berlinale seine Weltpremiere feierte.

Mitch Cullins ‚A Strange Trick of the Mind‘ bietet eine tolle Vorlage für den britischen Film. Es ist das Jahr 1947 und Sherlock Holmes ist inzwischen 93 Jahre alt. Der Film liefert die Prämisse, dass es ihn wirklich gegeben hat. Im hohen Alter hat sich Sherlock in ein einsames, englisches Cattage zurückgezogen. Ein wunderbares Setting für den Film. Auch in ‚Mr. Holmes‘ gibt es zu genüge Geschichten und Filme über den Meisterdetektiv, doch die Fakten zu seiner Person wurden über die Jahre verdreht. In der Hauptrolle schaut Sir Ian McKellen als Sherlock Holmes auf sein Leben zurück, denkt an seinen letzten Fall und warum er das Detektivsein an den Nagel hängte. McKellen überzeugt als grummeliger, grantiger alter Mann, aber wie so viele seiner Rollen, hat auch diese ein gutes Herz.

Sir Ian McKellen als Sherlock Holmes © Agatha A. Nitecka

Sir Ian McKellen als Sherlock Holmes © Agatha A. Nitecka

Besonders rührend ist seine Freundschaft zu dem Sohn (Milo Parker) seiner Haushälterin (Laura Linney). Er ist ein junger Bewunderer vom muffligen Sherlock Holmes und gibt nicht auf, ihn zum Aufschreiben seines letzten Falls zu motivieren. Zudem schafft er es mit einem verschmitzen Lächeln immer wieder, seine schlechte Laune zu bessern. Die beiden teilen sich die Leidenschaft des Imkerns und kümmern sich gemeinsam um die Bienenzucht hinter dem Haus. Der junge Darsteller und die britische Schauspielgröße bringen eine herzerwärmende Beziehung auf die Leinwand. Auch am Set konnte Milo Parker viel von Ian McKellen lernen. Besonders seine Nettigkeit zeichne den erfahrenen Kollegen am Set aus, gab der junge Schauspieler auf der Pressekonferenz zu. Aber was erwarte man auch anderes? „Ich meine, schließlich ist er Gandalf!“ Mit dem Satz brachte er alle Anwesenden der Pressekonferenz inklusive Ian McKellen zum Lachen. Dennoch tut es gut, Ian McKellen als ‚echten‘ Sherlock Holmes mal in einer anderen Rolle als die des bärtigen Zauberers oder des Superhelden Magneto zu sehen. Der Hype um Sherlock Holmes, den wohl bekanntesten fiktionalen Detektiv aus Großbritannien, ist in den letzten Jahren wieder durch Filme mit Robert Downey Jr. oder die BBC-Serie mit Benedict Cumberbatch aufgelebt – und lebt auch in „Mr. Holmes“ weiter, weit entfernt vom Aussterben.

Ninja Nora

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Die Seriensucht hat für Nora mit Buffy, Charmed und The O.C. angefangen. Damals noch deutsch synchronisiert, heute nur noch im englischen Original. Was für eine Generation davor die alten Star Wars Filme bedeuten, ist für sie die Lord of the Rings-Trilogie. Wählt ihre Serien gerne anhand von geliebten SchauspielerInnen aus. Zur Zeit gehören "Game of Thrones" und "The Originals" zu ihren Favoriten.
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