Justice League, Batman & Co – Die 5 besten DC-Animationsfilme

Der durchschlagende Erfolg von Guardians of the Galaxy beweist wieder einmal: Im Kino kann DC der Konkurrenz von Marvel derzeit nicht

das Wasser reichen. Doch im Video-Bereich sieht die Sache anders aus: Seit 2007 feuert DC Comics in Zusammenarbeit mit Warner Animation aus allen Rohren, 21 Filme haben sie in diesen 7 Jahren bis zum August 2014 veröffentlicht. Bei einer derartigen Menge kann natürlich nicht jeder dieser Filme ein Meisterwerk sein. Doch DC gibt sich große Mühe, mit ihren Animationsfilmen auch unterschiedliche Zielgruppen anzusprechen, weswegen manche der Streifen recht kindgerecht produziert sind, andere richten sich aber deutlich an ein älteres Publikum. Als Macher im Hintergrund fungieren dabei oft DC-Veteranen wie Bruce Timm und Andrea Romano.

Außerdem macht DC mit seinen Animationsfilmen etwas, wovon sich Marvel zur Abwechslung mal eine Scheibe abschneiden könnte. Sie produzieren vorlagengetreue Filmumsetzungen großer Comic-Klassiker aus dem DC-Universe. Und bei diesen tollen Vorlagen kann eigentlich kaum etwas schiefgehen.
Ladies & Gentlemen – Die 5 besten DC Universe Animated Original Movies!

Platz 5: Justice League: The New Frontier (2008)

DC New Frontier

The New Frontier war der zweite Film der DC Universe Animated Original Movies-Reihe und zeigte gleich, dass Warner & DC an diese Serie mit einem gewissen inhaltlichen Ehrgeiz rangeht. Der Film ist eine Adaption der gleichnamigen, preisgekrönten Mini-Serie von Darwyn Cooke und zeigt den Übergang der DC Helden vom „Golden Age“ der klassischen Superhelden in das „Silver Age“. The New Frontier, übrigens inspiriert von einer Rede John F. Kennedys, die auch in dem Film zu hören ist, ist in gewisser Weise die Watchmen-Version des DC-Universums. Angesiedelt ist der Film in den 50’s und wir sehen, wie ikonische Superhelden in die politischen und militärischen Affären der Menschheit verwickelt werden. So ist beispielsweise Wonder Woman im Vietnam-Krieg im Einsatz und befürwortet dort die Exekution von Kriegsgefangenen, was sie in einen direkten Konflikt mit Superman bringt, der von ihrer Haltung entsetzt ist. Hal Jordan, der spätere Green Lantern, kämpft als Bomberpilot im Koreakrieg, wo er einen nordkoreanischen Soldaten erschießt und dadurch ein posttraumatisches Trauma erleidet. Ziemlich erwachsene Themen also, die The New Frontier da anreißt. Gleichzeitig ist das Werk auch eine große Hommage an das goldene Zeitalter der Superhelden-Comics, was sich auch im Art-Design äußert und schließlich in einer gigantischen Alienschlacht mündet. Wahnsinnig prominent ist der Voice-Cast des Films (im Originalton): Kyle MacLachlan („Twin Peaks“) spricht Superman, Lucy Lawless, also Xena persönlich, spricht Wonder Woman, als Flash ist Neil Patrick Harris aus „How I met your mother“ zu hören, und David „Angel“ Boreanaz übernimmt die Rolle von Hal Jordan/Green Lantern. Kyra Sedwick („The Closer) gibt Lois Lane, während Brooke Shields die Rolle von Carol Ferris spricht – ordentlich Star-Power also!

Platz 4: Batman: Year One (2011)

DC Year One

Die erste Frank Miller Adaption in diesem Ranking, aber nicht die letzte. Year One schildert das erste aktive Jahr Bruce Waynes als Batman und wie er in dieser Zeit seine Freundschaft zu James Gordon formt. Gordon spielt sowohl in Millers Comic-Vorlage, als auch in der Filmadaption eine mindestens ebenso wichtige Rolle wie Wayne/Batman. Der Film behandelt erneut ziemlich reife Themen und setzt sich damit deutlich von anderen Filmen der DC-Animated Reihe ab. So hadert Gordon mit seiner neuen Aufgabe, beginnt eine Affäre mit einer Kollegin und wird von einem pochend-schlechtem Gewissen gegenüber seiner Frau geplagt. Was Year One außerdem auszeichnet, ist der großartige Voice-Cast: Gordon wird von niemand geringerem als Bryan Cranston gesprochen, der durch Breaking Bad mittlerweile ein Weltstar geworden ist und hier eine gewohnt großartige Performance abliefert. Ebenso großartig ist die Besetzung von Wayne/Batman: Der wird nämlich von Ben McKenzie gesprochen, der ab Herbst 2014 die Hauptrolle in Gotham spielen wird – als James Gordon! So schließt sich der Kreis. Der Film ist clever genug, viele der unermesslich coolen Dialoge der Miller-Vorlage zu übernehmen. Gänsehaut hatte ich unter anderem beim „Verhör“ Batmans eines Verdächtigen: „You can never escape me. Nothing harms me. But I know pain. I KNOW PAIN! Sometimes I share it with someone like you.“ GEEKGASM!

Platz 3: All-Star Superman (2011)

DC All-Star Superman

Grant Morrisons Comic-Miniserie All-Star Superman ist mit Sicherheit mein absolutes Lieblingscomic über den Stählernen und ist in meiner „Best Comics of all Time“-Liste sehr weit oben vertreten. Ebenso wie The New Frontier wurde die Reihe mit dem Eisner-Award ausgezeichnet, dem wohl renommiertesten Preis im Comic-Bereich. Die Filmfassung ist eine sehr originalgetreue Umsetzung der Vorlage, auch wenn einige der 12 Kapitel für die Adaption gestrichen wurden. All-Star Superman definiert Supes als modernen Herkules, der, mit seiner eigenen Sterblichkeit konfrontiert, seine Rolle als kosmischer Beschützer der Menschheit wahrnimmt und gleichzeitig mit seinem Erbe und seinem Schicksal hadert. So komplex wie in Morrisons Werk wurde der Mann aus Stahl wohl noch nie aufgedröselt und sehr viel davon findet sich in der Filmadaption wieder. James Denton („Desperate Housewives“) leistet als Superman ganze Arbeit, ebenso wie Christina Hendricks („Mad Men“), die Lois Lane spricht. Außerdem sieht man hier den coolsten Lex Luthor der Filmgeschichte. Ein Muss für Fans anspruchsvoller Superheldenunterhaltung!

Platz 2: Justice League: Crisis on Two Earths (2010)

DC Crisis on Two Earths

Auf das Silbertreppchen hat es der einzige Film in diesem Ranking geschafft, der nicht eine direkte Umsetzung einer Comicvorlage ist. Crisis on Two Earths basiert zwar lose auf einer klassischen JL-Geschichte aus den 60’s, hat aber ein originales Drehbuch. Die Justice League wird mit einem Lex Luthor aus einem Paralleluniversum konfrontiert, der Supes & Co um Hilfe in seiner eigenen Realität bittet. Dort sind die Verhältnisse umgekehrt, als im regulären DC-Universum. Dort beschützen die Supermenschen nicht die Menschheit, sondern haben sie stattdessen unterjocht und herrschen als brutale Diktatoren. Die Justice League erklärt sich bereit, auf der zweiten Erde die Verhältnisse wieder gerade zu rücken und schnell erkennen sie, dass die Taten des „Crime Syndicate“ auch ihre Realität bedrohen.
Crisis on Two Earths hat meines Erachtens die beste Action aller DC Universe Animated Original Movies zu bieten und zeigt etliche sehr toll choreografierte Kämpfe zwischen den supermächtigen Fraktionen. Ein Highlight: Die Szene in der Batman gegen drei Mitglieder des „Crime Syndicate“ antritt und dabei in einem Mech-Panzer steckt, der genauso aussieht wie der Mech, in dem Ripley am Ende von Aliens“ gegen die Alienkönigin kämpft. Da ist mir vor lauter Fanwonne schier der Schädel explodiert! Außerdem bietet der Film mit Owl-Man, dem bösen Pendant zu Batman, einen großartigen Schurken, der im Original mit beißendem Schneid von Hollywood-Star James Woods gesprochen wird. Owl-Man ist eine Art ultimativer Nihilist, der am Konzept des Multiverse verzweifelt und es deshalb komplett auslöschen möchte. „It’s the only action one could take, that could have any purpose.“

Platz 1: The Dark Knight Returns 1 & 2 (2012/2013)

DC Dark Knight Returns

Keine Überraschung auf Platz 1. The Dark Knight Returns von Frank Miller hat das moderne Bild Batmans geprägt wie kein anderer Comic, ohne Millers Werk hätte die Fledermaus niemals den enormen Kultstatus erreicht, den die Figur heute hat. Die Geschichte um einen alternden Bruce Wayne, der nach Jahrzehnten im Ruhestand als Batman zurückkehrt, hat Maßstäbe gesetzt im Superhelden-Genre wie wohl, abgesehen von Alan Moores Watchmen, kein anderes Werk. Dementsprechend groß waren auch die Erwartungen an die Filmadaption, die aufgrund der Länge in zwei Filme geteilt wurde. Millers Vorlage wird hier sehr treu umgesetzt, auch wenn der Film in vielen Situationen auf Batmans inneren Monolog verzichtet, was etwas schade ist (niemand schreibt Batmans innere Stimme so arschcool wie Frank Miller). Ein kleines Manko ist außerdem die Stimme Batmans, hier verkörpert durch Peter „Robocop“ Weller, der nicht die Brillanz eines Kevin Conroy erreichen kann. Trotzdem ist der Film inhaltlich so stark, dass er das verkraftet. Die Konfrontationen Batmans mit dem Joker und natürlich sein finaler Kampf mit Superman sind überragende, prägende Momente der Superhelden-Historie und sie werden hier großartig adaptiert, ohne dass der Film jemals an Brutalität oder Komplexität spart. Gelesen haben sollte man The Dark Knight Returns sowieso. Und dann sollte man sich unbedingt diese Adaption ansehen, mit der DC beweist, dass sie ihren großen Klassikern enorme Wertschätzung entgegenbringen. Besser war Batman nie!

Ninja Philipp

Ninja Philipp

Redakteur at Serien Ninja
Wo immer etwas über einen Bildschirm flimmert, ist Philipp nicht weit! Wahrscheinlich kommt das daher, dass er in seiner Kindheit nicht viel fernsehen durfte. Das kommt davon, liebe Eltern! Heute konsumiert er mit Vorliebe alles, was mit Science-Fiction, Superhelden, Zombies, fiktionalen Königreichen, Robotern, Römern oder zwischenmenschlichen Problemen zu tun hat. Krimis findet er jetzt nicht so spannend, interessante Dokumentationen dafür umso mehr.
Ninja Philipp

@konsumkind

34 | Fels in Brandenburg | Hier ist nicht mal mir zum Lachen
RT @FelixBrummer: Zeit rennt https://t.co/GSVKUz1950 - 10 Stunden ago

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