Ed Wood, Jack Arnold & Co. – Die besten Trashfilme – Teil 2

Japanische Roboter, surfende Nazis und nackte Nonnen. Was will man mehr? Im zweiten Teil unser Trash-Serie kommen nicht nur Gottesfürchtige auf ihre Kosten. Auch Tech-Freaks und abartige Puppenliebhaber dürften ihre Freude an unserer Zusammenstellung finden.


Nude Nuns with Big Guns

Leider ist dieser Film ja der Zensursula zum Opfer gefallen. Aber echte Couchjockeys wissen sich da natürlich zu helfen. Meiner Meinung nach einer der besten Titel überhaupt. Und ich meine den Titel, über den Inhalt lässt sich streiten. Der offenbart sich dem Zuschauer wie folgt: Gerade erst hat Schwester Sarah ihr Gelübde, Nonne zu werden, abgelegt – da wird sie von den Menschen, denen sie bisher grenzenlos vertraut hatte, missbraucht, einer Gehirnwäsche unterzogen und mit Drogen dem korrupten Klerus gefügig gemacht. Zwischen Leben und Tod schwebend und einer hohen Dosis von Medikamenten und Drogen, erhält Schwester Sarah eine Botschaft von Gott, der ihr aufträgt, an all denen Rache zu üben, die sie belogen, betrogen und misshandelt haben. Bewaffnet mit ihrem Glauben und einem Arsenal von Kanonen, wird sie die Inkarnation des Jüngsten Gerichts. Im Gegenzug heuert die Kirche die gnadenlose Motorradgang „Los Muertos“ an, um Schwester Sarah aufzuspüren und zu töten. Aber selbst diese abgebrühten Gangster müssen bald erkennen, dass diese gnadenlose Nonne nicht von schlechten Eltern ist! Ob Lindsay Lohan, nach ihrem „Machete“ Wink mit dem Kruzifix, demnächst die Hauptrolle in einer Fortsetzung übernimmt, bleibt zu hoffen. Wir würden uns jedenfalls sehr freuen. Ebenso über eine ungeschnittene Fassung auf DVD oder Bluray hierzulande. Die steht bis dato noch in den heiligen Sternen. Amen!


Robo Geisha

Dass die Japaner einen Knall haben, aber eben auch verdammt gute Namen für ihre Filme aus dem  Hut zaubern können, bewiesen sie bereits mit dem zuvor erwähnten „Tokyo Gore Police“. „Robo Geisha“ macht da keine Ausnahme. Geiler Name. Brutale Story. Worum geht es? Die beiden Schwestern Yoshie und Sis könnten unterschiedlicher kaum sein. Sis wird zu einer ehrenwerten Geisha ausgebildet, während es bei ihrer jüngeren Schwester nur zu niederen Haushaltsarbeiten reicht. Als sich Sis in den Sohn des örtlichen Stahlbarons verliebt, dieser aber viel mehr ein Auge auf Yoshie wirft, eskaliert die Situation und die beiden Mädchen treten in einen bizarren Konkurrenzkampf um die Gunst des jungen Mannes. Durch immer absurdere cybermechanische Körpermodifikationen versuchen sie attraktiver zu wirken, mutieren dabei aber immer mehr zu gefährlichen Mordmaschinen. Ein Umstand, der ein kriminelles Syndikat auf den Plan ruft, welches mit Sis und Yoshie eigene Pläne hat. Doch die beiden jungen Frauen dulden bei ihrem Wettstreit keine Störenfriede und so metzeln sie sich durch ganze Horden von hinterlistigen Gegnern, bis sie sich am Ende zum großen Showdown selbst gegenüberstehen. Bei so einer herzergreifenden Geschichte wird doch jedes Einzelkind vor Trauer über das fehlende Geschwisterchen zum traurigen Etwas. In Deutschland ist der Film ab 16 freigeben worden und in ungeschnittener Version erhältlich. Warum, ist mir ob der Gewaltexzesse schleierhaft. Aber gut, uns Kunden freut das natürlich.


Surf Nazis must die

Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich den Film nicht gesehen habe, deshalb leite ich gleich mal auf die Inhaltsbeschreibung des Verleihers über, die genug assoziativen Spielraum lässt. „Bedenkt man, dass der Film aus dem Jahre 1987 als Komödie angelegt war, fragt man sich schon was für einen schrägen Humor die Amis zu dieser Zeit hatten. Kennt man ja sonst eher von den Engländern. Zum Inhalt:Sie heißen Adolf, Eva, Mengele und Goering und sie sind ganz sicher keine Pazifisten. Nach einem gewaltigen Erdbeben, das ganz Kalifornien in Schutt und Asche legt und 80.000 Menschen das Leben kostete, herrscht das totale Chaos. Und über das Chaos herrschen die Herren des Strandes, die Meister des Terrors, die Verkünder der Vernichtung: die Surf Nazis!Unter ihrem Regime erzittert das Land. Doch als sie den jungen Farbigen Leroy töten, haben sie die Rechnung ohne seine große, dicke Mama gemacht. Sie schnappt sich die Bibel, das Motorrad und den Colt und jagt von nun an erbarmungslos die Mörder ihres Sohnes. Solange diese schwarze Kampfmaschine am Leben ist, müssen die Surf Nazis um ihr, Achtung Spoiler, kurzes Leben bangen.“


Meet the Feebles

Auch große Regisseure haben mal klein angefangen. Ähnlich einem Sam Raimi, der mit der Tanz der Teufel Reihe seine ersten Erfolge im Horror-Genre feierte, unternahm auch „Herr der Ringe“-Regisseur Peter Jackson seine ersten Gehversuche im eher undergroundigen Bereich. Nach seinem ersten Erfolg „Bad Taste“ (1987), mit dem er einige Preise auf diversen Fantasy-Filmfestspielen gewann, folgte mit „Meet the Feebles“ eine, sagen wir mal versaute, Version der Muppet-Show. Sex, Drogen und Gewalt sind die Hauptthemen des düsteren Puppenspiels aus dem Jahre 1989, bei dem Jackson neben seiner Regietätigkeit auch als Drehbuchautor und Produzent agierte. Drei Jahre später folgte mit „Braindead“, in dem ein Muttersöhnchen sich gegen eine Armada von Zombies zur Wehr setzen muss, in dessen Folge er nicht nur seine tyrannische Zombiemutter zur Hölle schickt, sondern auch die Liebe seiner heimliches Schwarms gewinnt, ein weiteres Meisterwerk des gebürtigen Neuseeländers. Seit diesem Film weiß man: Wer einen Rasenmäher hat, der braucht keine Angst vor einer Horde Untoter zu haben. Hochheben und durchmarschiert. Ein Klassiker der Filmgeschichte.


Hercules in New York

Nicht nur große Regisseure, auch vermeintlich große Schauspieler haben zuweilen kleine angefangen (keine Sorge Mr. Clooney, zu ihnen kommen wir noch). Bis der Österreicher Arnold Schwarzenegger mit dem „Terminator“ zu einem der Action-Stars des Hollywood der 1980er Jahre wurde, musste er sich als verbannter Göttersohn im kurzen Höschen durch die Straßenfluchten der Ostküstenmetropole schlagen. Selten wurde das limitierte Spiel des Schwarzeneggers, der im Abspann als Arnold Strong geführt wird, so offenbar, wie in diesem Streifen aus dem Jahr 1970. Das Lexikon des Fantasy-Films schreibt über den Film: „Die Langeweile, die dieses filmische Unprodukt verbreitet, ist unbeschreiblich. Die Kamera scheint ein Amateur gehalten zu haben, und den Part Arnold Schwarzeneggers hätte ebenso gut ein Männlein von der Augsburger Puppenkiste spielen können. Die meisten „Schauspieler“, die an der Erstellung dieses Brechmittels beteiligt waren, haben wohl weislich darauf verzichtet, sich durch eine Angabe ihrer Rolle identifizieren zu lassen.“ Der Weltkarriere des Arnold S. hat das bekanntlich nicht geschadet. Verstehe einer diese Welt.

Ninja Tim
Tim`s Serienkarriere begann in den 1980er Jahren mit »Ein Colt für alle Fälle«, »Simon & Simon«, »Trio mit 4 Fäusten«, »Miami Vice«, »Matlock« und den ZDF Weihnachtsserien »Silas« und »Jack Holborn«. Zu seinen Favoriten zählen »The Walking Dead«, »True Detective«, »Modern Family«, »Deadwood«, »Law & Order«, »King of Queens«, »The Wire«, »The West Wing« und »The Newsroom«. Aktueller Favorit: »The Strain«

Ninja Tim

Tim`s Serienkarriere begann in den 1980er Jahren mit »Ein Colt für alle Fälle«, »Simon & Simon«, »Trio mit 4 Fäusten«, »Miami Vice«, »Matlock« und den ZDF Weihnachtsserien »Silas« und »Jack Holborn«. Zu seinen Favoriten zählen »The Walking Dead«, »True Detective«, »Modern Family«, »Deadwood«, »Law & Order«, »King of Queens«, »The Wire«, »The West Wing« und »The Newsroom«. Aktueller Favorit: »The Strain«

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