RoboCop versus Terminator: Frank Miller lässt die Blechmänner tanzen

Super Nintendo und Gameboy Fans werden sich an das RoboCop versus Terminator Spiel von 1993/94 erinnern. 16Bit Action in pixeliger Vollendung, wobei es zugegebenermaßen bessere Titel, als diesen gab. Besser ist auch das aktuelle RoboCop versus Terminator Comic, welches Mitte Juli bei Cross Cult (The Walking Dead) erschienen ist.  

In der Regel sind Crossover bekannter Filmfiguren ja nicht unbedingt der Knaller, siehe die ‚Predator vs Alien‘-Reihe. In vorliegendem Falle wird man aber durchaus eines besseren belehrt. Was sicherlich auch an den Freiheiten des Mediums Comic liegt. Verantwortlich dafür ist Starautor Frank Miller. Der egozentrische ‚Sin City‘-Erfinder, konnte als Regisseur (‚The Spirit‘) zwar nicht so ganz überzeugen, hat sich als Comic-Schreiber mit der Neuausrichtung des Batman  (‚The Dark Knight Returns‘) und dem grandiosen ‚Hard Boiled‘ allerdings eine extrem hohe Bonität erarbeitet. Als Drehbuchautor der beiden RoboCop Spielfilm Fortsetzungen (1990 & 1993) und seiner eigenen Frank Miller’s RoboCop Comicserie kann man mehr Know-how im Mensch/Maschine Kosmos schwerlich finden. Zusammen mit dem ebenso genialen, wie erfolgreichen Zeichner Walter Simonson (‚Alien‘; ‚Fantastic Four‘) gilt es nun einer anderen Ikone des modernen Popcorn Kinos auf den kybernetischen Leib zu rücken: Terminator.  Kurz zur Storyline: Die Technologie, die das Bewusstsein des RoboCop Alex Murphy zum Leben erweckt, ist schlussendlich dafür verantwortlich, dass Skynet sich verselbstständigt. Um dies zu verhindern, katapultiert sich der Widerstand, genauer die letzte Soldatin des Widerstandes, eine äußerst resolute Dame mit Topfhaarschnitt und beeindruckenden Fähigkeiten an Waffe und im Nahkampf, in die Vergangenheit, um Alex Murphy auszuschalten. Leider muss sie feststellen, dass sie gut drei Tage zu spät kommt und Murphy bereits zum Robocop geworden ist. Allerdings, und da knüpft diese Geschichte wunderbar an den ersten Kinofilm aus dem Jahr 1987 an, befindet sich RoboCop/Murphy noch auf der Sinnsuche.

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Come on baby light my fire oder RoboCop versus Terminator.

Wie im Film, so auch hier, die Verwirrende: Wer oder was bin ich? – Phase. Diese Identitätsschwankungen, lässt dann auch den menschlichen Teil des RoboCops im Zwiegespräch mit seiner vermeintlichen Mörderin, leichter daran glauben, dass sein neues Ich, seine technologisierte Seite, nicht zwingend eine gute Sache ist. Ich will an dieser Stelle inhaltlich nicht vielmehr verraten. Nur eines noch: das die Terminatoren nicht einfach abwarten bis die Widerstandskämpferin ihr Ziel den RoboCop auszuschalten und somit den Ursprung ihres Seins, erreicht, dürfte klar sein. Ich habe mich in der Story sofort zurechtgefunden. Beide Universen sind großartig und absolut stimmig miteinander verknüpft und man hat gleich ein vertrautes Gefühl. Die Zeichnungen sind ebenfalls ein Hingucker. Die Szenarien steigern sich von Seite zu Seite bis am Ende das ganze Buch, welches in dem kompakten TWD Format ausgeliefert wird, explodiert am Ende förmlich. Ein Knaller, wie ich finde. Schön sind auch die Entwürfe und Skizzen als Extra-Anhang. Insgesamt ein sehr starker Comic-Auftritt der beiden Sci-Fi-Ikonen, was man von deren letzten Kinoauftritten nicht unbedingt behaupten kann. Absolut lesenswert!

RoboCop versus Terminator (limitiert auf 1.444 Exemplare) ist bei Cross Cult erschienen.

Ninja Tim
Tim`s Serienkarriere begann in den 1980er Jahren mit »Ein Colt für alle Fälle«, »Simon & Simon«, »Trio mit 4 Fäusten«, »Miami Vice«, »Matlock« und den ZDF Weihnachtsserien »Silas« und »Jack Holborn«. Zu seinen Favoriten zählen »The Walking Dead«, »True Detective«, »Modern Family«, »Deadwood«, »Law & Order«, »King of Queens«, »The Wire«, »The West Wing« und »The Newsroom«. Aktueller Favorit: »The Strain«

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