Ronaldo – Der Film

Ob Fußballfan oder nicht – fast jeder kennt ihn. Cristiano Ronaldo ist nicht nur der Liebling auf dem Platz, sondern auch der Liebling der Medien. Er weiß wie er sich der Welt präsentieren muss, sieht immer gepflegt aus, wirkt mal arrogant, mal charismatisch. Aufgrund seines Talents wird er von Fans auf der ganzen Welt verehrt. Er ist einer der besten Fußballspieler unserer Zeit. Soviel weiß man über Cristiano Ronaldo. Doch wer steckt eigentlich hinter dem sorgfältig zusammengebastelten Auftritt – hinter dem Mann, der einem auf dem Fernsehbildschirm entgegenlächelt? Direktor Anthony Wonke und sein Team wollten es herausfinden. Im Dokumentarfilm Ronaldo (2015) versuchen sie den Zuschauern die eigentliche Person hinter der Fassade vorzustellen.Was natürlich in einem Film über Ronaldo nicht fehlen darf ist die Beziehung zu Lionel Messi und auch der Kampf um den Ballon d’Or wird aufgegriffen. Auch wenn Ronaldo einer der besten Spieler der Welt ist, so muss er sich doch ständig gegen starke Konkurrenz behaupten. Dass der Film im Jahr 2015 erschienen ist, stört nicht. Situationen, die aufgezeigt werden, erinnern an aktuelle Ereignisse wie an die Euro 2016, wo Ronaldo, nach einem schlechten Start gegen Albanien, seinem Team schließlich die EM-Qualifikation ermöglichte. Ronaldo ist oft der Spieler auf den alle schauen, wenn es eng wird. Er muss sich ständig beweisen. In den Fußballwetten auf den Torschützenkönig bei der Euro 2016 liegt er derzeit auf dem 2. Platz, knapp hinter Thomas Müller und kurz vor Frankreich-Stürmer Antoine Griezman. Schon am Anfang des Films wird klar: Ronaldo will stets der Beste sein.

Ronaldo, Manchester United, Real Madrid, Portugal

By AtilaTheHun from Manchester, England – Flickr, CC BY 2.0,

Der Film versucht das Geheimnis hinter seinem phänomenalen Erfolg aufzuzeigen. Die harte Arbeit, die er in seine Karriere steckt, das Spielen mit Verletzungen, die unbeirrbare Vision an der er festhält, die Beziehung zu seinen Kollegen. Die Beziehung zu seiner Familie und seinen Freunden ist ein wichtiges Thema im Film. Besonders die enge aber auch schwierige Beziehung zu seiner Mutter Dolores Aveiro wird beschrieben. Es wird schnell klar, welche Rolle Ronaldo in seiner Familie spielt und auch die Beziehung zu seinem Sohn wird hervorgehoben (Ronaldo ist alleinerziehender Vater). Der Film an sich ist unterhaltsam gemacht. Der Stil ist der, der für amerikanische Dokumentarfilme typisch ist. Es gibt im Film keinen bestimmten Erzähler, sondern die Geschichte wird mit Hilfe von den Aussagen, Beschreibungen und Erzählungen seiner Familie und seinen Freunden widergegeben. Das bedeutet auch, dass der Film (für alle diejenigen, die kein Portugiesisch sprechen) vor allem durch die englischen Untertitel verstanden werden muss. Im Film wird neben Portugiesisch auch Englisch gesprochen.

Ein Kritikpunkt: Man könnte glauben, dass Ronaldo an der Herstellung des Films beteiligt gewesen ist, denn er wird ausschließlich im positiven Licht dargestellt. Dennoch ist es interessant, einen Einblick in die Privatperson Ronaldo zu erhalten und vor allem die Willenskraft und den Enthusiasmus, mit der er sein Leben und seine Karriere begegnet, mitzuverfolgen. Der persönliche Einblick, den der Film in das Leben des Fußballers liefert, ist jedoch gelungen, auch wenn er manchmal etwas oberflächlich erscheint. Direktor Anthony Wonke hat schon mehrere Auszeichnungen für seine Werke erhalten. Er wurde für seinen Film aus dem Jahr 2014 über Kinder im syrischen Bürgerkrieg (Syria: Children on the Frontline) mit einem EMMY ausgezeichnet.

Ninja Tim
Tim`s Serienkarriere begann in den 1980er Jahren mit »Ein Colt für alle Fälle«, »Simon & Simon«, »Trio mit 4 Fäusten«, »Miami Vice«, »Matlock« und den ZDF Weihnachtsserien »Silas« und »Jack Holborn«. Zu seinen Favoriten zählen »The Walking Dead«, »True Detective«, »Modern Family«, »Deadwood«, »Law & Order«, »King of Queens«, »The Wire«, »The West Wing« und »The Newsroom«. Aktueller Favorit: »The Strain«

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