SDCC 2015: Game of Thrones

FOR TV - GAME OF THRONES episode 37 (season 4, episode 7): Rory McCann, Gerard Jordan. photo: Helen Sloan/courtesy of HBO

Einer fehlt: Kit Harrington war nicht da. Darüber haben sich vor dem Game of Thrones Comic Con Panel die meisten Fans den Kopf zerbrochen. Ist er nun wirklich nicht mehr dabei? Bei vorherigen Staffeln durften andere Darsteller, die bereits ihren Serientod erlitten haben, noch ein letztens Mal beim Panel dabei sein – eine Ehrenrunde, sozusagen. Heißt es, dass er dann also doch noch lebt? Das würde dann auch erklären, weswegen Kit Harington seine Haare noch lang trägt.

Die brennende Frage kam kein einziges Mal beim Panel auf. Bei der Sichtung der Fan-Fragen müssen die Mitarbeiter der Con einiges zu tun gehabt haben, damit alle Jon Snow-Fragen aussortiert wurden. Das einzige Mal ist vom ehemaligen Lord Commander die Rede, wenn Regisseur David Nutter von selbst auf eine Fan-Begegnung zum Thema eingeht: „Jon Snow ist toter als tot, das ist meine Antwort.“ Obwohl der lange Panel-Tisch auf der Bühne von Halle H gefüllt war, fehlten auch andere Lieblinge der Zuschauer wie Emilia Clarke, Peter Dinklage oder Lena Headey. Die Showrunner David Benioff und Dan B. Weiss waren auch nicht da. Inzwischen haben sie die Serie bis zum Ende der Bücher erzählt und die Zukunft der Charaktere ist unklarer denn je. Jetzt arbeiten die Autoren der Serie noch viel enger mit G. R. R. Martin zusammen, würde man denken. „Unsere Autoren haben genauso viel Austausch mit G.R.R. Martin wie zuvor,“ sagt Executive Producer Carolyn Strauss mit trockenem Ton, fast gleichgültig. Offensichtlich sind die Knebelverträge jetzt noch strikter als zuvor.

nrm_1414756727-kit-harington-game-of-thrones

Ist er oder ist er nicht mehr dabei? Kit Harington scheint es selbst nicht genau zu wissen.

Zu dem Fortlauf der Serie gibt es nicht viel zu erzählen und das Panel fällt insgesamt ziemlich seicht aus. Alfie Allen freut sich darüber, dass für Theon endlich wieder ein bisschen Licht am Ende des Tunnels zu sehen ist. „Die arme Margery haben sie einfach in ihrer Gefängniszelle gelassen,“ stellt Natalie Dormer fest, deren Geschichte verwoben mit dem Schicksal ihres Bruders am Ende der letzten Staffel unter den Teppich gekehrt wurde. Wenn Gwendoline Christie eine Handlung von Brienne of Tarth ändern könnte, würde sie auf die Kerze warten. „Was soll ich noch sagen? Ich hab schließlich drei Monate dort gestanden und nach einer Kerze im Fenster Ausschau gehalten. Habt Verständnis.“ Nicht gerade immer einfach, auf die verwirrten und platten Fan-Fragen Antworten zu finden. Ob es mehr Drachen gäbe? Warum in Sansas Hochzeitsnacht ein Fokus auf Theon durch die Kameraeinstellung vorgegeben wurde? Ob Drogon nun der Anführer der Drachen wird, um eine Rebellion geben die Einwohner in Westeros anzuführen? Alles Fragen, die vielleicht von den (nicht anwesenden) Showrunnern, aber nicht von den Darstellern beantwortet werden können. Sophie Turner gibt sich am meisten Mühe, die Geschehnisse der letzten Staffel und ihren Charakter zu analysieren. „Nach allem, was Sansa zugestoßen ist, bleibt sie stark. Sie handelt zwar nicht radikal, aber ist nicht doof, sie denkt die Dinge gut durch und wehrt sich oft absichtlich nicht.“ Maisie Williams, auch im Fan Favourites Panel am Samstagmorgen dabei, verrät auf der Comic Con einen seltsamen Wunsch, den sie Fans immer wieder erfüllen muss: “Ich werde immer wieder gefragt, ob ich die Namen von Aryas Liste sagen kann… Joffrey, Cersei, und so weiter. Aber dann fragen mich Fans oft, ob ich ihren Namen dranhängen kann. Und das sind dann immer ganz gewöhnliche Namen, wie… Joffrey, Cersei, Alan.“

Tausendjähriger Schlaf oder einfach nur tot? Bei Drachen weiß man das nie so genau.

Und welchen Charakter würden die Darsteller selbst zu guter Letzt auf dem eisernen Thron sehen? „Ich würde liebend gern in einer Welt leben, in der Samwell Tarly König ist,“ sagt Carice Van Houten, und es gibt Extra-Applaus. Der eine Charakter, dem es in der letzten Staffel insgesamt doch recht gut ging, besonders nach seiner Nacht mit Gillie. „Sam hat da keine großen Ansprüche, denke ich, den würde einfach noch mehr davon glücklich machen. Für Sam war Sex bisher, was für viele das Weltall ist: Er wusste, dass es das gibt, aber er hat damit nichts zu tun. Natürlich fasziniert es ihn, von einem wissenschaftlichen Standpunkt aus. Das ihm das jetzt passiert ist, werden ihm die Leute noch weniger glauben, als seine Begegnung mit dem White Walker,“ glaubt John Bradley. Wenigstens gibt es in der Serie noch ein paar Charaktere, in die Zuschauer noch ihre Hoffnungen stecken können. Wie die Zusammenarbeit der Showrunner und G. R. R. Martin im Detail aussehen wird, ist nicht klar. Was von der Serie zu erwarten ist, ohne ein Erscheinungsdatum des neuen Buchs vor den nächsten Dreharbeiten, wurde auf der Comic Con auch nicht verraten. Es war wohlmöglich das schwächste Panel, dass es zu Game of Thrones bisher gegeben hat. Hoffentlich lohnt sich die Geheimnistuerei und die nächste Staffel wird dafür umso besser.

Game of Thrones Panel auf der diesjährigen Comic Con in San Diego:

Ninja Nora

Ninja Nora

Autor at Serien Ninja
Die Seriensucht hat für Nora mit Buffy, Charmed und The O.C. angefangen. Damals noch deutsch synchronisiert, heute nur noch im englischen Original. Was für eine Generation davor die alten Star Wars Filme bedeuten, ist für sie die Lord of the Rings-Trilogie. Wählt ihre Serien gerne anhand von geliebten SchauspielerInnen aus. Zur Zeit gehören "Game of Thrones" und "The Originals" zu ihren Favoriten.
Ninja Nora

@noracaterina

day dreamer. wandering writer. old optimist. time-transcending traveller. spontaneous storyteller. brave ballerina. jolly journalist.
RT @R1Breakfast: This is DEFINITELY medically accurate ❤️📈 See @Harry_Styles take the test in full 👉 https://t.co/uVfPOrIc24 https://t.co/G… - 1 Monat ago
Ninja Nora

Latest posts by Ninja Nora (see all)

Be first to comment